Fortbildungspflicht für Makler und Verwalter
Veröffentlicht am 30.04.2018 |  Kommentare

Nach der EU-DSGVO im Mai folgt auch schon die nächste Rechtsverordnung: Die neue Informationspflicht schriebt vor, dass Makler und Verwalter ab August 2018 dazu verpflichtet sind, auf Anfrage Informationen über ihre beruflichen Qualifikationen sowie die in den letzten drei Jahren absolvierten Weiterbildungen darlegen zu können.

Insgesamt müssen Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter den Ämtern schriftlich vorweisen können, dass sie 20 Weiterbildungsstunden innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren absolviert haben. Ein Verweis auf entsprechende Angaben auf der Internetseite des Verwalters oder Maklers reicht hierfür nicht immer aus. Diese regelmäßigen Fortbildungen können auf unterschiedliche Weise erfüllt werden – die Rahmendetails sind in der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) festgelegt. So können Makler und Verwalter an Präsenzseminaren teilnehmen, ein begleitendes Selbststudium belegen, aber auch betriebsinterne Maßnahmen (falls diese angeboten werden) für Ihre Weiterbildung wahrnehmen.

Die Fortbildung von Maklern kann sich auf die Grundlagen des Maklergeschäfts, rechtliche Grundlagen, Wettbewerbsrecht, Verbraucherschutz, Steuern sowie Grundlagen der Finanzierung erstrecken. Die Weiterbildungsmöglichkeiten können an verschiedenen Einrichtungen und Institutionen erworben werden. Dabei variieren Preis und Umfang je nach Art der Veranstaltung: von Wochenendveranstaltungen bis hin zu regelmäßige Termine über eine Zeitspanne von 24 Monaten liegen die Veranstaltungen in einem preislichen Rahmen von 2.000 Euro bis 4.000 Euro.

Etwaige Ausnahmen wird es jedoch nicht geben. So ist eine Befreiung von der Weiterbildungspflicht, etwa während einer Elternzeit oder einer nur geringfügigen Tätigkeit, nicht vorgesehen. Allerdings beginnt die Weiterbildungspflicht für Personen, die gerade erst einen Ausbildungsabschluss (z.B. als Immobilienkaufmann/Immobilienkauffrau oder geprüfter Immobilienfachwirt/geprüfte Immobilienfachwirtin) abgeschlossen haben, erst drei Jahre nach Aufnahme ihrer Tätigkeit.

Von vielen Seiten wird die neue Fortbildungspflicht jedoch kritisiert. Der Grund: Die neuen Regelungen sind eine Entschärfung der bereits bestehenden Vorschriften für die Weiterbildungspflicht.

Ursprünglich war vorgesehen, dass Verwalter und Makler der zuständigen Behörde jährlich anzeigen müssen, welche Weiterbildungen sie absolviert haben. Dies wurde nun aber auf einen Zeitraum von drei Jahren ausgeweitet. Zudem müssen Makler und Verwalter der Behörde nur auf Anforderung Auskunft zu den durchgeführten Fortbildungsmaßnahmen erteilen. Hierdurch sollen vor allem die Gewerbeämter entlastet werden, da einzelne Kontrollen bei einer Meldung auf Verlangen besser geplant und intensiver durchgeführt werden können.

Teilen Makler der Behörde trotz Aufforderung nicht mit, welche Fortbildungen sie absolviert haben, ist dies eine Ordnungswidrigkeiten, die mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro bestraft werden kann.

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